Das primäre Ziel der Stiftung ist es, die optimale Nachsorge für den Lebendspender zu gewährleisten, denn in Deutschland gibt es derzeit noch kein standardisiertes Nachsorgeprogramm für Lebendspender.
10.-21.Juli 2012: Symposium: “Focus on living donation” in München
22.Juli 2012: “Lebendspender” – Patiententag in München
“News” – Informieren Sie sich über aktuelle Pressemeldungen
Die Stiftung Lebendspende ist als gemeinnützig
anerkannt und finanziert sich zu 100% aus Spenden.
Mögliche Spender müssen sich der potentiellen Gefahren bewusst sein, die Narkose und Operation mit sich bringen. Obwohl die Entnahme für die Lebendnierenspende allgemein als ungefährlich gilt, können dennoch Komplikationen auftreten. Geringfügige Komplikationen (Harnwegsinfekt, Wundheilungsstörungen, Temperaturerhöhungen etc.) werden bei bis zu 13% der Operierten beobachtet und sind langfristig meist ohne Bedeutung. Die Sterblichkeit nach der Nierenentnahme ist extrem gering, wenngleich es einige wenige Berichte über Verläufe mit Todesfolge gibt. Ein solches Risiko konnte in einer Untersuchung mit einem Todesfall auf 1.600 Organentnahmen (0,0625%) beziffert werden. Eine andere größere Untersuchung in den USA berichtet über 5 Todesfälle bei 19.368 Lebendspenden (0,025%). Die Genesung nach der Lebendnierenspende kann, wie bei allen größeren chirurgischen Eingriffen, durch diverse Komplikationen (bis zu 20%) verzögert werden. Hierbei handelt es sich im wesentlichen um:
Die meisten dieser Komplikationen bilden sich spontan zurück und sind im Langzeitverlauf meist ohne Bedeutung. Untersuchungen zeigen bislang bei sorgfältiger Auswahl der Spender hervorragende Verläufe. Erst nach mehr als zwanzig Jahren mit nur einer Niere wird eine Abnahme der Nierenfunktion festgestellt, die etwa zehn Prozent über das altersentsprechende Maß hinausgeht. Weitere Erkrankungen werden möglicherweise durch die Einnierigkeit beeinflusst, so dass sie regelmäßig beobachtet und eventuell behandelt werden müssen:
Es ist noch nicht völlig geklärt, ob eine Organspende häufiger als üblich zu Bluthochdruck führt. In einer amerikanischen Studie nahmen 32% der Spender 20 Jahre und länger nach einer Organspende blutdrucksenkende Mittel. Dies war jedoch nicht häufiger als bei ihren Geschwistern, die keine Nieren gespendet hatten. Die längste Beobachtung existiert bei Kriegsverletzten aus dem zweiten Weltkrieg, bei denen aufgrund ihrer Verletzung einseitig eine Niere entfernt werden musste. Nach über 45 Jahren fand sich keine erhöhte Sterblichkeit und keine Anfälligkeit für Krankheiten, die mit der langjährigen Einnierigkeit ursächlich in Zusammenhang gebracht werden konnte. In der größten bisher zur Verfügung stehenden Untersuchung wurden Ergebnisse von 3.124 Patienten aus 48 Behandlungszentren zusammengefasst. Es zeigte sich, dass die einseitige Entfernung einer Niere bei einem gesunden Menschen nicht zu einer zunehmenden Einschränkung der Nierenfunktion führt, wohl aber zu einer leichten Erhöhung des Blutdrucks beitragen kann. Ein erhöhter Blutdruck kann sich negativ auf die Nierenfunktion der verbleibenden Niere auswirken. Die konsequente medikamentöse Einstellung eines sich entwickelnden Bluthochdrucks ist also nach Lebendnierenspende besonders wichtig.
Bei nur einer vorhandenen Niere kommt es in der Anfangsphase zu einer ausgleichenden Überfunktion der verbliebenen Niere. Dies kann auf Dauer zu einer geringfügigen Schädigung der Niere führen mit einer zu 25 bis 30% neu auftretenden Eiweißausscheidung im Urin (Proteinurie).
Diese Eiweißausscheidung ist nur sehr gering, sollte aber auf jeden Fall regelmäßig kontrolliert werden. Treten noch andere mögliche Risikofaktoren für eine eventuelle Verschlechterung der Nierenfunktion hinzu (wie zum Beispiel hoher Blutdruck, hohe Fettwerte oder Zuckerkrankheit, sollte nach weiterer ärztlicher Abklärung eine medikamentöse Therapie eingeleitet werden.