Das primäre Ziel der Stiftung ist es, die optimale Nachsorge für den Lebendspender zu gewährleisten, denn in Deutschland gibt es derzeit noch kein standardisiertes Nachsorgeprogramm für Lebendspender.
10.-21.Juli 2012: Symposium: “Focus on living donation” in München
22.Juli 2012: “Lebendspender” – Patiententag in München
“News” – Informieren Sie sich über aktuelle Pressemeldungen
Die Stiftung Lebendspende ist als gemeinnützig
anerkannt und finanziert sich zu 100% aus Spenden.
Spender müssen verschiedene Bedingungen erfüllen, die von Zentrum zu Zentrum unterschiedlich sind. Zunächst sollte die mögliche Spenderin oder der Spender einer Niere über ein ausreichendes Verständnis von Nutzen und Risiken der Lebendspende verfügen, um einen solchen Schritt vor sich und den Angehörigen verantworten zu können.
Selbstverständlich muss die Nierenspende freiwillig und ausschließlich von Liebe, starkem Familienzusammenhalt oder Freundschaft getragen sein.
Unabdingbare Voraussetzungen für eine Nierenspende sind zwei gesunde Nieren, ein gesundes Herz, gesunde Gefäße, ein normaler Blutdruck und ein normaler Zuckerstoffwechsel. Eine Depression oder eine andere schwere psychische Erkrankung schließt die Organspende im Regelfall aus. Ein früheres Tumorleiden muss als geheilt eingestuft worden sein, was in den meisten Fällen nach einem wenigstens fünfjährigen tumorfreien Verlauf angenommen werden kann. Übergewicht muss vor der Operation reduziert werden, um das perioperative Risiko für den Spender zu minimieren. Bezüglich der Blutgruppenverträglichkeit werden die gleichen Voraussetzungen gefordert wie bei einer Leichennierentransplantation. Außerdem gibt eine vor der Transplantation zwingend erforderliche Kreuzprobe (“cross match”: Reaktion von weißen Blutkörperchen des möglichen Spenders mit Blutflüssigkeit des Empfängers) Auskunft über die Verträglichkeit der Niere für den vorgesehenen Empfänger. Ein negatives Ergebnis dieser Kreuzprobe ist Voraussetzung für eine Transplantation. Der Grad der Gewebeübereinstimmung zwischen Spender und Empfänger ist für den Langzeiterfolg nach einer Lebendspende-Transplantation von eher geringerer Bedeutung.
Um das individuelle Risiko eines potentiellen Spenders abschätzen zu können, sind einige Voruntersuchuningen erforderlich. Hierzu gehören eine allgemeine körperliche Untersuchung, um gegebenenfalls nicht bekannte Krankheiten aufzudecken, sowie verschiedene Laboruntersuchungen und eine orientierende Ultraschalluntersuchung der Nieren und des Bauchraums. Sollten hierbei keine krankhaften Befunde erhoben werden, folgen einige technisch-apparative Untersuchungen. Die funktionelle Gleichwertigkeit beider Nieren muss sichergestellt (Nierenperfusionsszintigramm), die Herz-, Lungen- und Leberfunktion überprüft und schwerwiegende Veränderungen am Magen-/Darmtrakt (Magen-/Zwölffgerdarmgeschwüre, Divertikelerkrankung) endoskopisch oder mittels Kontrastmitteleinlauf ausgeschlossen werden. Am Ende der Untersuchungen steht die Überprüfung der Gefäßversorgung der Nieren mittels Kontrastmittel (Angiographie).
Die großen Erfolge der Transplantationsmedizin dürfen nicht darüber hinweg täuschen, dass sich nur bis zu 50% der Dialysepatienten für eine Transplantation eignen, beziehungsweise davon profitieren. Nicht in jedem Fall kann man erwarten, dass Befinden und Lebenserwartung mit der Transplantation verbessert werden. Unter bestimmten Voraussetzungen ist für manche Patienten die Fortsetzung der Dialysebehandlung einer Transplantation vorzuziehen.
Dies ist in den meisten Fällen durch Zweiterkrankungen wie beispielsweise eine fortgeschrittene Arteriosklerose, ein Tumorleiden oder eine chronische Infektion sowie durch ein höheres Lebensalter bedingt.